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IDEALISTISCHE BETRACHTUNGEN - ZUR ERKENNTNISTHEORIE,
ZUM MINISTERIUM FÜR INFORMATIONSBESCHAFFUNG
UND ZU DEM GANZEN SOZIOLOGISCHEN REST
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Ein Kommentar zu:
Rüdiger Vaas,
Ist uns das All auf den
Leib geschneidert?
– bild der wissenschaft
notMute Artikel


Ist uns das All auf den Leib geschneidert? — Nein.
Wir selbst sind der Schneider des Universums.

Blasenkammer Universum

Weiter unten meine Formulierung des Anthropischen Prinzips. Aber zuvor lasse ich meine Antwort auf die Frage "Ist uns das All auf den Leib geschneidert?" [1] ebenfalls mit einer Frage beginnen: Wundern wir uns, wenn die Damen und Herren auf einem Empfang eine Garderobe tragen, die perfekt harmoniert?
Nein. Denn es macht Sinn, auf einem Empfang gut auszusehen.

Wundern sich Kosmologen, dass das Leben nicht existieren würde, wären die Naturgesetze und -konstanten nicht auf's Tausendstel genau so, wie sie sind?
Ja. Denn Sinn als kosmologische Kategorie (und Zentralbegriff der Erkenntnistheorie) ist Kosmologen anscheinend weitgehend fremd.
Sie meinen, die Welt sei erst einmal sinnfrei und komplett "da" und werde von ihnen dann Stück für Stück "erkannt".

Vom Kopf auf die Füsse gestellt, sieht Wirklichkeit so aus: die Welt für sich ist nicht "da". Die Welt baut sich auf – mit jeder nachvollziehbaren Wahrnehmung (oder Logik) ein weiteres Stück. Genauer gesagt: eine winzige Auswahl aus allen möglichen/ unmöglichen Welten baut sich auf. Denn Wahrnehmung (oder Logik) ist unendlich selektiv.

Wenn Licht als erstes da ist (eine biblische Variante) und sonst keine Differenzierung, dann wird die erste Differenzierung durch Hinterfragung des Lichts nicht sein: leichtes und schweres Licht, sondern helles und weniger helles Licht – weil das immanent Sinn macht.
Und jedesmal, wenn die Welt zu hinterfragen ist, wird die Antwort der Welt eine sein, die das Entstehen der Frage nicht ad absurdum führt (die das Entstehen der Frage im Rückschluss nicht unmöglich macht).

Auf diese Weise können gar keine "Naturkonstanten" aus dem unendlichen Fundus des hinter unserer Wirklichkeit verborgen liegenden Chaos auftauchen, die nicht haargenau das erfüllen, was die Frage nach ihnen möglich macht.

Die unendliche Vielzahl von Zahlenwerten, die Naturkonstanten annehmen könnten, als "andere Universen" zu deuten, ist Unsinn. Diese unendliche Vielzahl ist nichts weiter, als das chaotische Vibrieren des Möglichen/ Unmöglichen. Zur Existenz gebracht wird ein Universum schließlich erst durch Wahrnehmung.

Die Antwort auf eine Sinnfrage (die Frage des Kleinkindes heisst nicht von ungefähr: 'warum?') kann keine andere als eine sinnhafte sein. Die Wahrnehmung (und Wahrheit) des Denkens ist damit extrem selektiv.

Jede Sinnbestätigung baut auf eine vorhergehende Sinnbestätigung auf. Das entstehende Sinn-Gebäude wird universum-gross, ist aber gleichzeitig nur ein zarter Faden, unendlich schmal im Verhältnis zu dem, was nicht zum Sinn-Gebäude passt und vom Denken ausgeblendet ist.
Wo dieser Faden reisst, tut sich die Verdammnis auf, der Irr-Sinn (der alltäglich in Anstalten weggesperrt wird, der aber eigentlich anderen Dimensionen angehört: denen des unbegrenzten Grauens).
— Ein Physiker dagegen macht es sich zum Beruf, diesen Faden (um Himmels Willen) nie zu verlassen.

So ist das Weltgebäude mit seinen "Naturkonstanten" nur in uns selbst (uns auf den Leib geschneidert) – eine Feststellung, durch die sich die Grundlagenforschung glücklicher weise nicht die Motivation trüben lässt, nach "objektiver Wahrheit" zu suchen.

Doch alles, was die Forschung erreichen kann, ist immer wieder eine höhere Schleife in der eigenen, inneren Sinnfindung des Denkens. Was die Forschung nicht kann, ist: den Herrgott an den Nasenhaaren packen und rufen:  Hah! – Erwischt bei einer Unstimmigkeit dieser krummen kosmologischen Konstanten!

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Gott ist in der Dualität, oder besser:
Gott ist die Nicht-Singularität, nicht mehr und nicht weniger.
Ist das zu wenig? – Es ist unendlicher Reichtum. Dualität heisst: es gibt ein Gegenüber, ein Anderes, einen Spiegel des Einen.
Die Eins bezieht ihre Existenz aus der Null und die Null bezieht ihre Existenz aus der Eins. Mehr ist es nicht. Es ist das Sein, die Welt und das Leben. (Wäre es nicht ein einmaliges, kurzes Aufflackern, könnte man es als grossartig, gigantisch bezeichnen.)

Dualität, ein Gegenüber haben, sich spiegeln und wiederfinden im Anderen – das ist das einzige Wesen Gottes, sein einziges "Bedürfnis". Und es ist das einzige, was sich aus sich selbst erklärt und erklären kann:

DIE EXISTENZ IST.
Sie kann logisch nicht anders, als sein. Die Singularität, das Gegenteil der Dualität, der Existenz, ist logisch NICHT.
DIE NICHTEXISTENZ ist logisch NICHT.

Den Kosmologen (für die Logik etwas ist, das immer da ist und vom Menschen nur "erkannt" werden muss) wäre das eine Formel für die Ewigkeit des Seins.
Aber Logik vergeht. (Nicht nur neuronale logische Verarbeitung vergeht, sondern Logik als solche. [2] ) Nach einer kurzen Zeit des denkenden Lebens (des Sinn-gebens) gewinnt das Sinn-verzehrende, das Chaos (bei neuronaler Verarbeitung: das Grauen) und der Tod löscht die Logik.

Fazit:
Das Anthropische Prinzip lautet:
Die Wahrnehmung muss so sein, dass sie die Entstehung eines Universums zulässt:  sie muß extrem selektiv sein.
(2018-06 habe ich eine leichte Korrektur der Formulierung vorgenommen.)

(Trivial gesagt: Nichts kann nicht beobachten.)
Noch trivialer (in Ablehnung dessen, was mir der hier kommentierte Artikel verkaufen will):  Ich schneidere mir so einen Flickenrock, genannt Erkenntnistheorie, lieber selbst auf den Leib, als sog. "Kosmologen" auch nur einen Moment länger zuzuhören.

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